28.Dezember 2009
Der kleine Alwin hatte das brave Engelchen-Dasein gründlich satt. Hier ein bisschen Wolken schieben, da ein wenig Sterne schubsen und zur Kehrwoche den Staub aus der Milchstraße pusten war ihm mit der Zeit - dass die Ewigkeit aber auch so lange dauern muss – doch arg öde geworden. Eines Tages hat er sich neugierig ganz weit über den Himmelsrand gebeugt, ist vornübergekippt und heftig schwingenflatternd auf einem kleinstädtischen Marktplatz aufgeklatscht. Da saß er nun ganz verdattert eine Weile zwischen den flügellosen Wesen, die ihn in der vorweihnachtlichen Hektik nicht einmal bemerkten und dachte sich schließlich: „Wo ich schon mal hier bin, könnte ich beruflich umsatteln und Mensch werden, so schwer kann das nicht sein, wenn Milliarden es hinkriegen, schaffe ich es auch. Ich muß nur einfach zugucken und üben.“ So steigt er als Lehrling in den weltlichen Betrieb ein und durchläuft die Ausbildungsstationen, fängt als Bodenschatz an und schleift sich zum Diamanten.
Wie es weitergeht? Das erfährt jeder, der Engel Alwin begleiten will. Viel Spaß.
16.Oktober 2009
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie Wolken schmecken.
Der wird im Mondschein,
ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.
Der weiß, dass er nichts weiß,
Wie alle andren auch nichts wissen.
Nur weiß er was die Anderen,
und auch er noch lernen müssen.
Wer in sich ferne Ufer spürt
und Mut hat sich zu recken;
der wird allmählich
ungestört von Furcht,
sich selbst entdecken.
Abwärts zu den Gipfeln
Seiner selbst blickt er hinauf.
Den Kampf mit seiner Unterwelt
Nimmt er gelassen auf.
Wer mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben;
und ist selbst dann lebendiger
als alle seine Erben.
Novalis (18.Jhdt.)
8.März 2009
Ich bat um Kraft …
und mir wurden Schwierigkeiten gegeben, um mich stark zu machen.
Ich bat um Weisheit …
und mir wurden Probleme gegeben, um sie zu lösen
und dadurch Weisheit zu erlangen
Ich bat um Wohlstand …
und mir wurde ein Gehirn und Muskelkraft gegeben, um zu arbeiten.
Ich bat um Mut….
und mir wurden Hindernisse gegeben, um sie zu überwinden.
Ich bat um Liebe …
und mir wurden besorgte, unruhige Menschen mit Problemen gegeben,
um Ihnen beizustehen.
Ich bat um Entscheidungen …
und mir wurden Gelegenheiten gegeben.
“Ich bekam nichts, was ich wollte …
Aber ich bekam alles, was ich brauchte.“
5.März 2009
Aber nichts davon geschah !
Stattdessen verbrachte der Schmetterling den Rest seines Lebens krabbelnd mit einem verkrüppelten Körper und verschrumpelten Flügeln.
Niemals war er fähig zu fliegen.
Was der Mann in seiner Güte und seinem Wohlwollen nicht verstand, war, dass das Ringes des Schmetterlings erforderlich ist, um durch die kleine Öffnung zu kommen. Es ist der Weg der natur, um Flüssigkeit vom Körper des Schmetterlings in seine Flügel zu fördern. Dadurch wird er auf den Flug vorbereitet, sobald er seine Freiheit aus dem Kokon erreicht.
Manchmal ist das Ringen genau das, was wir in unserem Leben benötigen.
Wenn wir durch unser Leben ohne Hindernisse gehen dürften, würde es uns lahm legen. Wir wären nicht so stark, wie wir sein könnten, und niemals fähig zu fliegen.
2.März 2009
Schmetterling
Eines Tages erschien eine kleine Öffnung in einem Kokon;
ein Mann beobachtete den zukünftigen Schmetterling für mehrere Stunden,
wie dieser kämpfte, um seinen Körper durch jenes winzige Loch zu zwängen.
Dann plötzlich schien er nicht mehr weiter zu kommen.
Es schien, als ob er so weit gekommen war, wie es ging, aber jetzt aus eigener
Kraft nicht mehr weitermachen konnte.
So beschloss der Mann, ihm zu helfen: er nahm eine Schere und machte den Kokon auf.
Der Schmetterling kam dadurch sehr leicht heraus.
Aber er hatte einen verkrüppelten Körper, er war winzig und hatte verschrumpelte Flügel.
Der Mann beobachtete das Geschehen weiter, weil er erwartete, dass die Flügel sich jeden Moment öffnen, sich vergrößern und sich ausdehnen würden, um den Körper des Schmetterlings zu stützen und ihm Spannkraft zu verleihen.