26.April 2010

Mein Gingkobäumchen blüht!

Ginkgo Biloba

Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Dass man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Dass ich eins und doppelt bin ?

Johann Wolfgang von Goethe 1815

Renate Beiermeister in Astrologie, Gedichte, Symbolik, Unterhaltung.
28.Dezember 2009

Der gefallene Engel

Der kleine Alwin hatte das brave Engelchen-Dasein gründlich satt. Hier ein bisschen Wolken schieben, da ein wenig Sterne schubsen und zur Kehrwoche den Staub aus der Milchstraße pusten war ihm mit der Zeit - dass die Ewigkeit aber auch so lange dauern muss – doch arg öde geworden. Eines Tages hat er sich neugierig ganz weit über den Himmelsrand gebeugt, ist vornübergekippt und heftig schwingenflatternd auf einem kleinstädtischen Marktplatz aufgeklatscht. Da saß er nun ganz verdattert eine Weile zwischen den flügellosen Wesen, die ihn in der vorweihnachtlichen Hektik nicht einmal bemerkten und dachte sich schließlich: „Wo ich schon mal hier bin, könnte ich beruflich umsatteln und Mensch werden, so schwer kann das nicht sein, wenn Milliarden es hinkriegen, schaffe ich es auch. Ich muß nur einfach zugucken und üben.“ So steigt er als Lehrling in den weltlichen Betrieb ein und durchläuft die Ausbildungsstationen, fängt als Bodenschatz an und schleift sich zum Diamanten.

 

Wie es weitergeht? Das erfährt jeder, der Engel Alwin begleiten will. Viel Spaß.

28.November 2009

Advent, Advent der Tierkreis brennt

Der etwas andere Weihnachtskalender mit schrägem Blick auf grob vereinfachte Typen der Astrologie.

16.Oktober 2009

Tiefsinnig

     

Wer Schmetterlinge lachen hört,

der weiß wie Wolken schmecken.

Der wird im Mondschein,

ungestört von Furcht,

die Nacht entdecken.

        

Der weiß, dass er nichts weiß,

Wie alle andren auch nichts wissen.

Nur weiß er was die Anderen,

und auch er noch lernen müssen.

 

Wer in sich ferne Ufer spürt

und Mut hat sich zu recken;

der wird allmählich

ungestört von Furcht,

sich selbst entdecken.

 

Abwärts zu den Gipfeln

Seiner selbst blickt er hinauf.

Den Kampf mit seiner Unterwelt

Nimmt er gelassen auf.

 

Wer mit sich selbst in Frieden lebt,

der wird genauso sterben;

und ist selbst dann lebendiger

als alle seine Erben.                

 

Novalis (18.Jhdt.)

 

 

13.September 2009

Symbolkarte “Gebrochene Säule”

Gebrochene Säule

Mit dieser Karte wird die persönliche Vergangenheit symbolisiert, bewußte oder unbewußte Erinnerungen, Traumata aus der Kindheit. Wer dieses Bild als sympatisch erlebt, der hat vielleicht erkannt, daß noch alte Wunden in der Seele brennen und ohne Trauerarbeit und Vergangenheitsbewältigung nicht heilen können. Möglicherweise ist derjenige jetzt bereit dafür, alte Schwierigkeiten und lange zurückliegende Probleme zu bearbeiten und  aufzulösen.

Wird das Symbol als unsympathisch empfunden, dann sind vergangene Erlebnisse noch so gravierend und werden mit viel Energie unterdrückt, weil die Konfrontation mit alten Verletzungen vehement abgelehnt wird. Vieles wird nur bruchstückhaft erinnert und das schürt zusätzlich die Furcht der Betroffenen, sie haben Angst zu versagen, trauen sich nichts mehr zu, werden immer schwächer.

Wer sich diese Karte gewählt hat, der sollte sich mit verschiedenen Aspekten der Vergangenheit beschäftigen.

Ein Fallbeispiel folgt demnächst.

Kreativ im Web